Joakim von Scherberich

AchimGeboren bin ich im Jahre des Herren 1168, und es wäre ein schönes, beschauliches Leben als Erstgeborener auf Burg Lürken in der Nähe von Kinswiller (einem Stadtteil Eschweilers) geworden. Bis zu jenem schicksalhaften Abend, als ich einer schönen Unbekannten den Hof machte.

Die Gesandtschaft derer von Lürken, angeführt durch meinen Vater Lambertus von Lürken, feierte mit dem Gastgeber Erzbischof Arnold I von Köln eine Schenkung von Weinbergen für die Abtei Brauweiler an der Mittelmosel.
Neben den geistlichen Würdenträgern, wie dem Vater des Erzbischofs Philipp von Heinsberg und dem Komtur des Johanniterordens von Aquisgranum, waren auch die edelfreien Udo de Bruecha, Ulricus de Brunneshore, Geradus de Mulenarcha und Geradus de Mulesfurt anwesend.
Außerdem bereicherten die noblen Edelmannen Werner I von Palandt  nebst seinem Vater  Carsilius III von Pallandt sowie Werner II de Rode mit seiner holden Gemahlin Gertrud von Arenberg das Fest. Da Werner I von Palandt in meinem Alter war und wir uns gut verstanden, hatten wir ein wenig über den Durst getrunken.

Leider zu spät erfuhr ich, dass jenes hübsche anmutige Wesen dem Wilhelm II. der Große von Jülich versprochen war. Jene Alveradis, die die Erbtochter des Grafen Adalbert von Molbach war. Wer weis wofür es gut war, denn Alveradis brachte dem Wilhelm II keine mänliche Nachfahren. Wappen_joakim

Um mich einer Bestrafung zu entziehen, schloss ich mich auf Vorschlag des Erzbischofs den Johannitern als Segeant an und ging mit ihnen und meinem Großvetter David Welf von Wolfsfurth auf Kreuzzug. Seinem Vater Raso von Wolfsfurt versprach ich, auf seinen Sohn zu achten und ihn gesund von den Kreuzzügen zurück zu bringen.

Da ich eher an weltliche Dinge dachte, fiel es mir zunächst sehr schwer, mich der Frömmigkeit des Ordens zu unterwerfen. Jedoch interessierten und faszinierten mich die Johanniter mit ihrer Hilfsbereitschaft in der Unterhaltung von Hospitälern und dem Schutz der Pilgergruppen.

Achim Manesse
Nach meiner Rückkehr von den Kreuzzügen,denen ich auch eine Verbrennung am Bein zu verdanken hatte, wurde die Burg Lürken von dem Zweitgeborenen verwaltet und bewirtschaftet. Da durch meinen Dienst bei den Johannitern und einer Pilgerreise nach Santiago de Compostella meine Schande getilgt war und der Herzog von Jülich einen zuverlässigen Mann in der Nähe von Aquisgranum brauchte, übergab man mir das Lehen Scherberich zu Wormsalt, südlich der Burg Wilhelmstein, in dem ich auch heute noch lebe und dessen Namen ich angenommen habe. Hier sorge ich nun für Ruhe und Ordnung als Fronbote des Ritters David Welf von Wolfsfurth, da in diesen Zeiten die Nähe zu Aquisgranum unsicher ist und die Aachener nicht immer Ihre Steuern für den König zahlen.

ernennung-frohnbote

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